Was langweilt dich?

Es gibt bestimmt Dinge, die mich mehr interessieren und auch solche, die mich weniger oder gar nicht interessieren. Ich könnte aber nicht sagen, dass mich etwas langweilt.
Ich weiss gar nicht, ob Erwachsene den Zustand der Langeweile noch kennen. Ist das nicht eher etwas, was Kinder manchmal plagt? Ich geniesse es, wenn mal nichts anfällt. Langweilig wirds mir dann aber nicht.
Also. Langweilen tut mich eigentlich nichts.
Aber es ist schon so, dass es Dinge gibt, wofür ich meine Zeit und Nerven lieber nicht hergeben möchte und je älter ich werde, desto mehr ist das tatsächlich so. Ich glaube, wenn man noch sehr jung ist, hat man noch das Gefühl, man hätte alle Zeit der Welt und irgendwann im Leben realisiert man, dass man in der zweiten Lebenshälfte ist (wobei man das ja jederzeit sein könnte, denn man kennt seine Lebenszeit ja nicht) und achtsamer mit sich umzugehen lernt.
Ich suche zum Bespiel nicht unnötiges Drama. Ich finde einfach, dass das etwas ist für Menschen, denen wohl tatsächlich langweilig ist oder für Menschen, die nicht ausgefüllt genug sind oder ihren eigenen Themen ausweichen. Ich finde es unnötig energieraubend.
Es ist ja tatsächlich so, dass das Leben ganz oft mit ganz vielem auf uns zukommt, das schwierig zu bewältigen ist und das es manchmal auch wirklich zu überleben gilt. Und das reicht dann auch. Mehr brauchts dann nicht. Ich bin einfach nur froh, wenn es läuft, wenn alle noch leben und wenn keine aussergewöhnliche, schlimme Ereignisse passieren.
Das bedeutet nicht, dass ich kein Interesse aufbringe für Menschen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden. Ganz im Gegenteil. Ich habe nur kein Interesse, mit Menschen zusammen zu sein, die es mögen, künstliche Dramen hervor zu rufen und sich an den Dramen anderer zu laben. Ich finde letzteres übrigens ausserdem recht abstossend.
Ich glaube, es ist wirklich wichtig im Leben, so viel wie möglich von all dem zu tun, was einem gut tut und Menschen, die uns gut tun so nah wie möglich bei uns zu haben, denn DAS ist Lebensqualität. Natürlich ist es unumgänglich, uns auch mit anderen, unschöneren oder schwierigeren Themen zu befassen. Wir können aber steuern, in welchem Mass das ist und uns ganz fest auf das Positive fokussieren.
Es ist eine tolle Ressource, wenn man das kann.
Ich glaube, dazu gehört es aber auch, zu akzeptieren, dass nicht jeder andere Mensch uns selbst als jemanden, der ihnen gut tut, betrachtet.
Nicht alle können oder möchten mit allem umgehen und so wie es okay ist, wenn wir selbst uns abgrenzen, ist es auch okay, wenn andere das tun. Obwohl zweiteres uns ja auch manchmal etwas traurig oder enttäuscht stimmen kann.
Ich glaube, Beziehungen zu andern Menschen sind auch ganz oft so etwas wie Momentaufnahmen. Man ist nicht immer den selben Menschen gleich nah. Wir hängen ja alle zusammen an einem grossen Mobile, das nie still steht. Je nachdem, was uns gerade beschäftigt oder bewegt, rutscht manchmal ein Mensch, der weiter weg war, etwas näher und einer der sehr nah war, vielleicht etwas weiter weg. Das kann sich aber auch wieder ändern und ich glaube, wir sollten auch versöhnlich sein, wenn das so ist und wir es nicht verstehen können, denn schlussendlich will jede:r sich eigentlich nur schützen und das ist nicht böse gemeint.
Was alles aus dem Thema Langeweile entstehen kann… Total vom Thema abgekommen oder wie einen Gedanken immer weiter gesponnen? Ein bisschen von beidem wohl…
Ich hoffe, es hat euch nicht gelangweilt.


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