Im Auge des Orkans


Immer wieder spüren wir Menschen, dass leben auch Wandel bedeutet. Und Wandel wiederum bedeutet, dass manchmal alles wild durcheinander gewirbelt wird, um irgendwann wieder stabiler zu werden in einer ganz neuen Form. Das ist notwendig, denn wenn alles so bleibt wie es ist, ist eine Veränderung und auch eine Entwicklung gar nicht möglich.
Es ist anstrengend, sich mitten im Auge des Orkans zu befinden und doch noch den Boden unter den Füssen irgendwie zu behalten. Kein Stein bleibt auf dem anderen und man hat das Gefühl, sogar man selbst drehe sich von innen nach aussen. Es ist nicht mehr möglich, sich irgendwo festzuhalten. Nur noch das, was einem am liebsten ist. Und zwar ganz fest. Und wenn man Glück hat, halten einem andere noch fest, viele sind das aber nie.
Und wenn es dann ruhiger wird merkt man nicht selten, dass Netze, in denen man sich Jahrzehnte lang bewegt hat, die einem vertraut geworden waren und die Sicherheit vermittelt haben, am lösen sind. Auflösen. Auseinander gefallen sind. Dass Netze, von denen man dachte, sie seien doch so stark, diesem Sturm nicht standhalten konnten. Das zu sehen ist wirklich schmerzhaft und es vermittelt einem das Gefühl, allein zu sein und im Stich gelassen worden sein. In der Trauer oder Wut darüber und in der Kraftlosigkeit, in der uns der Orkan fallen gelassen hat merken wir nicht gleich, dass eben genau dies die Veränderung ist.

Es braucht Zeit bis wir realisieren, dass das was weg ist, weg ist und dass es okay ist wie es ist. Und dass sich neue Fäden bereits gebildet haben, die sich mit der Zeit zu neuen Netzen verbinden werden.

.

Hinterlasse einen Kommentar

About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.