Unebenheiten


Total egal, wohin man geht und wo man gerade steht, es kann jederzeit etwas Unerwartetes geschehen. Wir organisieren unsere Tage durch und planen ganz vieles, aber schlussendlich sind wir nur ein winzig kleiner Teil des Ganzen und was in unserem Leben so passiert ist auch sehr abhängig davon, was im Leben anderer passiert.
Man kann sich noch so gut schützen und gegen alle möglichen Eventualitäten absichern und versichern. Wenn vor uns ein Meteorit einschlägt, jagts einem einfach aus der Laufbahn. Ebenso, wenn einer nahestehenden Perrson so etwas passiert. Die Heftigkeit, der Druck und die Schallwellen werfen alles rundherum um. Das passiert einfach, da kann man noch so gut mit beiden Beinen auf dem Boden und im Leben stehen. Und danach ist mitten in diesem Leben ein grosser Krater, den es zu überbrücken gilt.

Eiinfach ist das nicht, aber ich weiss dass es machbar ist. Ich habs schon ein paar Mal erlebt. Ich wurde noch nie selbst getroffen von einem Meteorit, war aber verschiedene Male so nah dran, dass es mich mitgerissen und schlussendlich mein Leben auch tatsächlich verändert hat. Viele von euch auch, ich weiss.

Ich glaube, es braucht einfach viel Zeit, die man sich dafür einfach nehmen muss, denn es ist wichtig. Es geht darum, wie unser Leben weiter geht und wie es uns dabei geht. Es geht darum, schlimme Dinge unbeschadet zu überstehen. Gesund zu bleiben trotz allen. Das wichtigste überhaupt. Es ist schwierig, sich diese Zeit zu nehmen, da wir in einer hektischen Welt leben. Wir Menschen müssen funktionieren und nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder.
Es braucht Mut und ich finde, das sollte es nicht. Es sollte normal sein und jedem zugestanden werden.

Es ist spannend, was passiert, wenn sich irgendwo so ein Krater auftut. Die, die sehr nah an der Absturzstelle gestanden sind, kämpfen ums überleben. Versuchen selbst nicht hinein zu fallen, halten vielleicht jemanden fest, der zu fallen droht, sind geschockt, erschöpft und einfach wohl sehr absorbiert von diesem absoluten Ausnahmezustand. Das Leben jener, die dort gestanden sind, wurde in dieesm Moment komplett über den Haufen geworfen.

Dann gibt es Menschen, die Angst bekommen, sich schützen wollen und weg gehen. Menschen, die es unangenehm finden und sich lieber mit andern Dingen beschäftigen. Und Menschen, die nicht wissen, wie sie reagieren sollen und deswegen Distanz nehmen. Es ist ihr gutes Recht, wenn ich ehrlich bin. Und dennoch für den Menschen am Abgrund manchmal sehr schwierig, denn er kennt die Gründe für diese Distanz nicht und sucht sie bei sich.
Andere kommen näher, schauen in den Abgrund, sind dankbar dass es nicht sie geroffen hat.
Viele sind mit ihrem eigenen Leben beschäftigt und sehen den Krater gar nicht.
Und es gibt Menschen, die keine Angst haben. Oder die Angst haben, aber noch viel mehr Mitgefühl und Stärke als Angst. Die mutig as fuck sind und bleiben wo sie sind, damit die Personen am Abgrund nicht allein kämpfen müssen. Sie kommen nicht her und zerren an ihnen, denn das hilft nicht, sondern könnte alles noch viel mehr wackeln lassen. Sie sind einfach da. Sie sagen „du bist nicht allein“ damit und nichts auf der Welt könnte einem Menschen mehr Kraft geben als das.

Ich wünsche Menschen, die an Abgründen stehen viel Kraft und ich wünsche ihnen andere Menschen, die in der Nähe bleiben.
Ich wünsche ihnen, dass sie Kraft zum Kämpfen haben und auch von Herzen, dass es sich lohnt.
Dass sich der Weg wieder ebnet und es einfacher und hoffentlich auch wieder richtig schön wird.



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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.