einzigartig


Ich glaube, wir Menschen möchten gerne einzigartig und anders als andere sein. Eiinfach irgendwie besonders, so dass wir als eigenständige Persönlichkeit gesehen und erkannt werden. Aber dann lieber doch wieder nicht ZU einzigartig und anders. Nur so viel, dass man mit seiner Andersartigkeit noch in die Struktur unserer Gesellschaft passt. Die Mehrheit der Menschheit passt sich dieser Struktur an und das macht auch Sinn, weil wir sonst wohl im totalen Chaos leben würden (jedenfalls würden wir neurotypischen Menschen das wohl so empfinden).
Manchmal vergessen wir, dass nicht alle Menschen die Möglichkeit haben zu wählen, in welchem Mass oder in welcher Form anders sie sein möchten.

Es gibt Gegebenheiten im Leben, die kann man nicht ändern. Das einzige, was man kann, ist sie anzunehmen. Sie als Teil unseres Lebens zu akzeptieren und zu lernen, damit umzugehen und zu leben. Nicht mehr darunter zu leiden wenn möglich, sondern etwas aus der Situation zu machen, was einigermassen (oder sogar richtig) gut ist. Das ist eine Entwicklung, ein Prozess, so etwas findet nicht von heute auf morgen statt.

Wie gut man damit zurecht kommt hat einen grossen Zusammenhang damit, wie das Umfeld auch damit zurecht kommt. Denn das Umfeld ist in der Mehrzahl. Wenn ein Umfeld sich dafür entscheidet, eine gewisse Menschengruppe nicht als dazugehörend zu akzeptieren, ist eine Inklusion unmöglich.
Also wenn eine Gruppe von Menschen beschliesst, dass Menschen mit braunen Haaren nicht im ersten Arbeitsmarkt arbeiten dürfen, dann wird das wohl so sein. Denn die Menschen mit braunen Haaren werden von ihrem Mitsprache-Recht entbunden. So werden dann Menschen mit braunen Haaren in speziell für sie und den Bedürnissen, von dem andere Menschen denken, Menschen mit braunen Haaren hätten sie, entsprechenden Institutionen untergebracht.

Klingt absurd, hm?
Aber wie ist es, wenn eine grosse Anzahl von Menschen der Meinung sind, dass Personen, die sich in einem Rollstuhl fortbewegen, nicht unbedingt selbständig Zug fahren müssten und Züge für diese unzugänglich bauen?
Oder dass Kinder, die andere Lernbedingungen benötigen als vorgegeben, schon im jungen Alter von zuhause weg müssen, um eine Sonderschule zu besuchen?
Oder dass es Menschengruppen gibt, denen ihr Recht auf Mitbestimmung und Teilhabe verwehrt wird, obwohl wir ein Inklusions-Gesetz haben?
Oder dass weibliche (und erst recht nonbinäre) Menschen in der Gesellschaft noch nicht dieselbe Stellung und Wichtigkeit einnehmen wie männliche?

Es gibt ja viele Beispiele. Inklusion ist auch ein Prozess und wir sind auf dem Weg.
Ich finde, es wäre gut, wenn alle Menschen die UNO Menschenrechtskonvention, die UNO Kinderrechtskonvention und auch die UNO Behindertenrechtskonvention kennen würden. Ich glaube, die wenigsten wissen vermutlich, dass es diese gibt.
Meiner Meinung nach sollten diese drei grossen Konventionen alle Menschenrechte beinhalten, aber es gibt tatsächlich noch andere, zB Frauenrechte, Völkerrechte, Antirassismuskonvention, Flüchtlingskonvention usw…
Da staunt man manchmal, dass Dinge, die man als logisch betrachtet, da geschrieben stehen müssen und zB die Menschenrechtskonvention nicht einfach für alle Menschen gelten.



Eine Antwort zu „einzigartig“

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.