mutig, stark und zart


Wie sollen Mädchen und Frauen eigentlich sein?
Den einen reicht es, wenn sie hübsch sind. Andere sagen, lieber intelligent, mutig und stark.
Die einen sagen, es brauche viel mehr Räubertöchter statt Prinzessinnen.
Andere sagen, sei lieber so wie Pippi statt so wie Annika.

Und ich sage, es geht euch einen Scheiss an, wie Mädchen und Frauen sind.
Was ist den falsch mit Annika? Warum ist es toller, so wie Pippi zu sein? Und warum ist es nicht einfach toll, dass jede anders als die andere ist?
In Wirklichkeit wäre es nämlich nicht toll, wenn alle so wie Pippi wären…
Ausserdem gibt es dazwischen noch unendlich viele anderes. Es gibt nicht nur die Extreme, das meiste befindet sich irgendwo dazwischen. Mädchen und Frauen, die weder Annika noch Pippi sind. Und vermutlich hat jede auch von beiden etwas in sich, denn auch Annika und Pippi sind nicht immer gleich. Auch eine Pippi hat mal Angst und eine Annika ist mal frech. Auch eine Annika macht mal Blödsinn und eine Pippi weint mal und fühlt sich ängstlich. Auch Annika ist mal Pippi und umgekehrt.

Und was ist mit den Räubertöchtern und den Prinzessinnen? In Wirklichkeit sind wir doch alle irgendwas dazwischen. Diese wunderbare, unendlich grosse Palette von ganz verschiendenartigen Frauen und Mädchen.

Mädchen und Frauen, seid doch einfach so wie ihr seid und lasst euch sagen, es gibt keinen Grund unsicher zu sein, euch nicht schön genug oder gut genug zu fühlen. Es sind unrealistische und dazu noch total unnötige Massstäbe, die euch in dieses Zweifel hinein drücken.
Lasst es nicht zu.
Lernt eure Ressourcen und Stärken kennen, aber auch eure Schwächen. Seid euch bewusst, dass es absolut gar keine Gründe gibt, unsicher zu sein und dass Menschen, die uns dieses Gefühl geben, in Wirklichkeit viel unsicherer als wir sind, denn ihnen macht es Angst, wir könnten uns zu unserem vollen Potential entwickeln.
Konzentriert euch stark auf eure Stärken und auf eure Ressourcen. Steht zu euern Schwächen. Man darf sie akzeptieren und wenn man es möchte, darf man dazu lernen, im Wissen, dass man aber durchaus nicht alles können muss.

Man muss nicht immer glücklich sein. Man muss nicht immer stark und mutig sein. Oder fit und munter. Man muss nicht immer lächeln. Man muss nicht immer zuversichtilich und positiv sein. Man muss nicht immer gut gelaunt sein.
Schlechte Laune, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Angst, Müdigkeit, Sorgen, Tränen gehören auch zum Leben, so wie alles andere.

Lasst niemanden euer Licht dämmen. Wenn jemand auf den Lichtschalter drückt, um selbst heller dazustehen, haut ihm auf die Pfoten!

Es braucht nicht mehr Räubertöchter oder Prinzessinnen und auch nicht mehr Pippis oder Annikas. Es braucht einfach viel, viel mehr Menschen, die einander so akzeptieren und gern haben wie sie sind.

Und ganz genau so passt das auf alle Menschen, egal über welches Geschlecht sie sich identifizieren, denn das spielt dabei überhaupt keine Rolle.

4 Antworten zu „mutig, stark und zart“

  1. Toll geschrieben! 🌷

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  2. Wunderbar!!!! Darf ich Deinen Text rebloggen?

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.