Unwissenheit


Ist es eigentlich okay, jemandem Unrecht zu tun aus Unwissenheit?
Das überlege ich mir seit einiger Zeit immer wieder und finde es schwierig, darauf eine einzige klare Antwort zu finden. Und eigentlich doch nicht, denn meine Haltung Menschen gegenüber zeigt eine klare Meinung auf.

Jemandem Unrecht zu tun aus Unwissenheit passiert ja vor allem dann, wenn wir uns vorschnell ein Bild machen von jemandem oder von etwas und dann denken oder handeln. Wir machen das ganz oft, vermutlich ja dauernd. Glücklicherweise hat dies für das „Gegenüber“ aber nicht jedesmal Folgen oder gar schwerwiegende Folgen.
Und doch kommt das vor. Es kann sein, dass ich durch meine Beurteilung einer Person oder Situation total falsch liege und ihr:im damit massiv Unrecht tue und unter Umständen auch schade, zB sozial.
Zum Beispiel im Beruf, aber auch privat kann das passieren. Gerade, weil auch immer schnell mit andern über Dinge gesprochen wird, die eigentlich nur unausgereifte Gedanken und keinesfalls Fakten sind (und es sich für uns aber anders anfühlt). Viel zu oft sind wir uns nicht bewusst, dass unsere Sicht auf irgendwas sehr einseitig ist. Dazu kommt noch, und das finde ich fast das wichtigste daran, wir vergessen ganz oft, dass es niemandem (ausser vielleicht uns selber) etwas bringt, wenn wir jemanden beurteilen oder be-werten und auch, dass uns dies natürlich überhaupt nicht zusteht. Ganz oft ist dies eh ein Schritt über die Grenzen von andern.
Eine Grenzüberschreitung.

Unwissenheit ist etwas ganz Normales und Unwissenheit ist total okay. Wir alle sind unwissend bzw wissen nur ganz wenig und dann auch nur so, wie wir es mit unserem begrenzten Verstand verstehen können.
Gegen Unwissenheit kann man aber doch ziemlich einfach etwas tun. Man kann nachfragen, sich informieren und versuchen, seinen Blickwinkel zu erweitern. Das tut man, indem man sich bewegt, sich interessiert und sich öffnet. Indem man wertschätzend statt abwertend auf jemanden oder auf etwas zugeht. So erwirbt man Erfahrung und Wissen, so entwickelt man sich auch selbst weiter.

Ich kann das sehr empfehlen. Klingt vielleicht für einige anfangs ein bisschen anstrengend, aber es ist mehr spannend und interessant als anstrengend, versprochen. Und dazu noch fairer anderen gegenüber. Ich möchte jedenfalls, dass man zB MICH nicht beurteilt, verurteilt, wertet und in eine Schublade steckt ohne jemals mit mir gesprochen zu haben (bzw überhaupt nicht), sondern dass man sich mit mir auseinandersetzt. Falls dies denn notwendig ist. Ich finde dazu ja auch noch, dass niemand mich in eine Schublade zu stecken hat. Das ist nämlich Freiheitsberaubung.

Behandle andere, so wie du selbst gern behandelt werden möchtest.
Ganz einfach.
Und wenn das nicht geht, dann verpiss dich einfach und beschäftige dich mit irgendwas anderem, bevor du das Leben anderer unnötig schwer machst. So.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.