Der kleine Raum gleich neben der Hoffnung


Der kleine Raum gleich neben der Hoffnung ist pink mit ein bisschen von all den andern Farben, die es gibt.
Der kleine Raum gleich neben der Hoffnung heisst Zuversicht. Es ist ein Raum, der in manchen Lebenssituationen ein bisschen vom Verschwinden bedroht ist. Er ist zwar noch da, aber er wird zunehmend kleiner und kleiner, was eigentlich ein Widerspruch in sich ist, wenn man das so liest („zunehmend“ und „kleiner“), aber dennoch. Es ist wie es ist.
Der Mensch schaut in die Welt hinaus, im grossen oder im kleinen Rahmen und manchmal ist es schwierig, zuversichtlich zu bleiben, zuversichtlich zu sein. Weil da so vieles passiert. Grosses und Kleines.

Die Zuversicht ist anders als die Hoffnung. Ganz anders.

Die Hoffnung ist grün.
Die Hoffnung macht alles möglich. Einfach alles. Sie ist eine Träumerin, eine Phantastin, sie stellt sich vieles vor und glaubt wie kein:e andere:r an das Gute und dass alles genau so oder ähnlich wird, wie sie sich wünscht.
Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Auch dann, wenn alle andern schon aufgegeben haben, hält sie sich bis zum Ende noch an den kleinsten Fäden fest. Ganz fest. Oft mit letzter Kraft und von der hat sie wirklich viel. Die Hoffnung desillusioniert sich nie selbst. Stets innere Kämpfe zwischen Realität und Illusion austragend, glaubt sie unentwegt immer weiter, bis der Faden, an dem sie hängt, von irgendwem gekappt wird und sie fällt.
Die Hoffnung stirbt nicht nur zuletzt, nein. Die Hoffnung wird abgemurkst von irgendeinem Arschloch und das ist nicht selten die Realität. Sie stirbt einen schnellen, qualvollen Tod, von dem ihr Mensch grosse Schmerzen davon trägt. Wahnsinnig grosse. Aber die Schmerzen gingen ja noch. Noch viel schlimmer sind die Selbstzweifel, das Hinterfragen des eigenen Selbst, der eigenen Wahrnehmung, was diesen Menschen gut und gern total aus der Bahn wirft für eine Weile.

Bei der Zuversicht ist das anders.
Auf den ersten Blick scheinen Hoffnung und Zuversicht fast dasselbe zu sein und es geht auch tatsächlich in die selbe Richtung. Ich glaube, die Zuversicht ist etwas realistischer. Sie glaubt und hofft und meint nicht nur, so wie es die Hoffnung wahnsinnig gut kann. Sie weiss es und sie führt ihren Menschen sicheren Schrittes in diese Richtung. Sie träumt nicht nur und setzt sich die Ziele hoch, sie setzt sie um, immer an das Gute glaubend. Immer wissend, dass es zu schaffen ist. Und genau dieser Glaube ist aber ohne Hoffnung gar nicht möglich, denn sie ist die Kraft, die uns von hinten anschiebt. Immer und immer wieder, nie aufgebend.
Zuversichtliche Menschen lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Der Glaube daran, dass alles kommt wie es kommen soll und wenn nicht, dass es auch dann Lösungen gibt, birgt eine gewisse Ruhe in sich.

Die Zuversicht ist unter manchen Umständen ganz schwierig, aus ihrem Kämmerlein zu locken. Sie verkriecht sich dann gerne ein wenig und fällt in sich zusammen, so dass auch ihr Platz immer kleiner wird, denn den erobern sich dann die Gefühle rund um sie herum. Nimmt sie weniger Raum ein, beginnen die Angst, das Misstrauen und andere für uns schwierige Gefühle sich auszubreiten und durchaus auch ein wenig aufzuplustern. Besonders die Angst kann das wahnsinnig gut.
In solchen Momenten braucht es Strategien, denn es ist wirklich wichtig, dass die Zuversicht wieder Überhand nehmen und ihren Raum ganz ausfüllen kann.
Die andern Gefühle haben ihre Berechtigung und sollen auch ihren Platz bekommen, aber nicht zu viel und nicht zu wenig.

Ganz wichtig in einer Welt wie unserer, in einer Zeit wie jetzt ist der Glaube daran, dass alles gut wird. Zuversicht.
Und der Wille, unser Bestes dazu beizusteuern.


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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.