tot

Offenbar sterben in den letzten Wochen in der Schweiz viel mehr Menschen als durchschnittlich in andern Jahren. Man nennt es Übersterblichkeit. Corona macht den Unterschied. Die zweite Welle ist heftiger als die erste und fordert viele Todesopfer. Es sterben vor allem über 65Jährige oder noch ältere.
Weitere werden folgen und wir werden es zulassen. Wir werden nicht darüber sprechen und wenn, dann werden wir sagen „sie waren alt, sie wären auch ohne Corona jetzt oder bald gestorben“ und „sie sind nicht an Corona, sondern mit Corona gestorben“.

Meine Eltern waren 51 und 67, als sie gestorben sind. Lungen- und Speiseröhrenkrebs. Sie wären auch ohne Krebs in den nächsten Jahrzehnten gestorben, klar. Bis dahin hätten sie aber noch einiges erlebt. Wir hätten es zusammen erlebt. Ich hätte die Gelegenheit gehabt, noch einen Teil meines Lebens mit ihnen zu teilen.
Meine Mutter hat nicht mehr erlebt, wie ich das Studium zur Sozialpädagogin erfolgreich abgeschlossen habe. Sie konnte mir nicht beistehen bei diversen Liebeskummer-Krisen, bei einigen Job-Wechseln und neuen Lieben. Sie hat den Mann, den ich geheiratet habe, nie kennen gelernt und er sie nicht. An der Hochzeitsfeier war ich ganz besonders traurig, dass sie nicht dabei ist.
Mein Vater war bei der standesamtlichen Hochzeit mit dabei, aber nur kurz, da er im Krankenhaus war wegen seinem Krebs. Die grosse Feier machten wir ein Jahr später, in der Hoffnung, dass er bis dahin wieder gesund ist und auch dabei sein kann. Aber das war er nicht. Ein Jahr später war er bereits seit 8 Monaten tot. Die Hochzeitsfeier fand ohne meine Eltern statt.
Drei Jahre später habe ich eine kleine Tochter geboren. Ihre Grosseltern haben sie nie gesehen und meine Tochter sie nicht.
Mir fehlt das sehr.
Sie haben nicht mehr erlebt, wie mein Mann und ich uns getrennt haben. Sie konnten mich nicht unterstützen, nicht da sein. Ganz ehrlich, ich hätte sie gebraucht. Tu ich noch heute oft.

So ergeht es momentan vielen Menschen, die nun sterben. Und ihren Familien.

Wenn jemand an Krebs stirbt, kann man das nicht verhindern.
Niemand ist an der Erkrankung schuld, denn Krebs ist nicht ansteckend, Krebs ist auf keine Weise übertragbar. Die Medizin hat gewisse Möglichkeiten, Krebs zu behandeln. Sehr oft erfolgreich, aber leider nicht immer.
Aber alle tun ihr bestes und jedes Leben zählt. Wenn jemand Krebs hat, kann man davon ausgehen, dass alles versucht wird, um dieses Leben zu retten und wenn dies nicht mehr möglich ist, so gut es geht, Schmerzen und Leiden zu mindern.
Meine Eltern sind an Krebs gestorben. Nicht mit Krebs.

Nun gibt es Menschen, die mit gewissen Diagnosen leben. Zum Beispiel mit Diabetes, Asthma oder mit Lungenkrankheiten. Für all das gibt es wirksame Medikamente und wenn man richtig behandelt wird, führen diese Krankheiten nicht früher als „normal“ zum Tod.
Diese Menschen gehören nun unter anderen zur Risikogruppe der Covid-Erkrankung. Wenn sie sich anstecken ist die Möglichkeit grösser, dass sie einen schweren Verlauf erleben könnten.
Falls es zum Tod kommt, sterben diese Menschen an Covid. Nicht mit Covid, denn ihre Diabetes oder ihr Asthma hätten sie nicht umgebracht.

Wenn jemand einen Verkehrsunfall hat und auf dem Unfallplatz oder später im Krankenhaus stirbt, stirbt er an den Folgen dieses Unfalles und nicht mit ihnen. Es käme niemandem in den Sinn zu sagen, „er wäre ja sowieso irgendwann gestorben“ oder „an der jährlichen Grippe sterben mehr Menschen als im Strassenverkehr“. Oder „sie starb an Diabetes und mit Hirnverletzungen nach einem Autounfall“. Das käme niemandem in den Sinn und wenn, dann würden wir es möglicherweise etwas taktlos finden oder zumindest schräg.

Wenn jemand aufgrund eines Verkehrs- oder anderen Unfalls stirbt, hätte das natürlich fast immer verhindert werden können. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass ein Unfall keine Absicht ist und dass solche Dinge einfach passieren.
Im Strassenverkehr zum Beispiel, versuchen wir, Unfälle zu verhindern. Wir nehmen Rücksicht, indem wir uns zB an eine Geschwindigkeits-Limite halten oder keinen Alkohol trinken, wenn wir fahren. Wir halten uns an viele klare Regeln im Strassenverkehr. Wir tragen eine Gurte, wir schalten das Licht ein, um zu sehen, aber auch um gesehen zu werden. Wir schützen mit diesen Massnahmen uns, aber auch die andern Menschen auf der Strasse. Der Erfolg von diesen Schutz- und Vorsichtsmassnahmen ist unumstritten, wenn auch nicht 100%ig.
Diese Massnahmen schränken uns ein bisschen ein, das muss man schon zugeben. Ich würde sehr oft sehr gerne sehr viel schneller fahren. Die Gurte drückt mir immer so unangenehm auf den Busen und es passt mir gar nicht, wenn ich spät dran bin, am Rotlicht anhalten zu müssen. Und immer diese Fahrradfahrer überall… Es wäre viel einfacher für mich als Autofahrerin, wenn ich auf die und auf die Fussgänger nicht auch noch ein Auge werfen müsste.
Manche Massnahmen sind temporär. ZB bei einer Baustelle muss man langsamer fahren oder es kann am Rotlicht zu Wartezeiten und Stau kommen und wir ärgern uns fürchterlich darüber, denn wir wollen ja pünktlich bei der Arbeit oder sonst wo sein.
Und wenn die Baustelle dann weg ist, ist auch die Ampel wieder weg und der Verkehr normalisiert sich.

Wenn es nun um Corona geht, führen diese Massnahmen viel weiter. Sie betreffen nicht nur eine gewisse Menschengruppe, sondern uns alle. Und nicht nur einen Teil unseres Lebens, also zB den Arbeitsweg, sondern verschiedene Bereiche. Wir werden in unserer Freiheit eingeschränkt, was niemand besonders geil findet. Und die Situation dauert an. Und an. Wie lange noch?
Viele können einigermassen damit umgehen und verstehen die Gründe dafür. Andere können das weniger gut oder gar nicht, auch dafür gibt es Gründe.

Ich frage mich oft, wie das für Menschen ist, die sehr direkt mit Covid betroffen sind… Patienten oder auch zB Pflegepersonal.
Wie ist es für Menschen, an Corona zu sterben und zu wissen, dass das für die andern ziemlich okay ist so? Zu wissen, dass viele von uns nicht bereit sind, sich temporär einzuschränken, um eine Ansteckung und Verbreitung zu verhindern oder zu verringern? Zu wissen, dass sie früher sterben als es vielleicht nötig gewesen wäre, weil andere sich weigern, sich für eine Weile der momentan speziellen Situation anzupassen?
Und wie ist es wohl für Ärzte und Pflegepersonal in Krankenhäusern, die mit Covid-Patienten arbeiten? Wie ist es für sie, lange Schichten zu arbeiten, um zu sehen wie „draussen“ die Menschen sich munter weiter anstecken? Wie ist es für sie, zu sehen, dass es uns sehr wichtig ist, unsere Freizeitaktivitäten durchzuführen und so halt auch zB beim Ski fahren Unfälle zu riskieren, obwohl das Gesundheitspersonal bereits sehr ausgelastet ist? Und wie ist es für sie, wenn sie hören, wie Leute über Corona, die Schutzmassnahmen und die Intensiv-Patienten und die Toten lachen?

Ich will da nicht soviel persönlich dazu sagen. Meine Haltung ist, um mich kurz zu fassen, dass ich es total okay finde, wenn alte Menschen sterben, wenn ihr Leben vorbei ist. Ich glaube auch, dass man bei einem 99Jährigen keine lebensverlängernde Massnahmen mehr machen sollte, denn irgendwann ist unsere Lebensdauer einfach vorbei und wir wissen dass. Das ist der Lauf des Lebens und trotzdem ist es traurig für die Menschen, die jemanden verlieren.
Ich denke aber auch, dass die „Schwächsten“ geschützt und BEschützt werden sollen, das ist Ehrensache irgendwie. Auch gerade über 65Jährige haben nach einem arbeitsreichen Leben, nachdem sie UNS aufgezogen, erzogen und ausbildet haben, verdient, noch ein paar Jahre oder sogar Jahrzehnte leben zu dürfen. Die Generationen über uns haben uns in der Vergangenheit begleitet und geschützt und nun ist es unsere Aufgabe, dasselbe für sie zu tun und ich finde, wir versagen da gerade kläglich.

Heikle Themen

Es gibt Themen, die sind furchtbar heikel und wenn man klug ist, lässt man es, darüber zu diskutieren oder gar zu sprechen, wenn ihr mich fragt.

Zu diesen Themen gehört zum Beispiel die Erziehung oder halt allgemein der Umgang, den man mit seinen Kindern pflegt bzw die Kritik daran. Jede Familie handhabt es ein bisschen anders. Manche bestrafen ihre Kinder, andere nicht. Manche setzen enge Grenzen, andere eher lockere. Manche verbieten sehr vieles, andere lassen die Kinder machen.
Ich glaube, es gibt kaum ein Thema, das uns so schnell zum Beurteilen verleitet, wie dieses. Aus einer Situation wird auf das Ganze geschlossen und man sieht gerne in Extremen. So scheint es als Eltern schwierig, überhaupt etwas richtig zu machen, denn entweder ist man eine Helikopter- oder eine Rabenmutter, wobei immer nur ein Bruchteil dieser sogenannten Erziehung für andere direkt sichtbar und dementsprechend sowieso nicht aussagekräftig ist.
Dazu kommt es ja noch, dass man diese Beurteilung mehrheitlich wohl auf Mütter bezieht, denn als Vater ist man da fein raus. Wenn man sich zweimal im Jahr mit den Kindern plus Hund beim Spazieren in der Öffentlichkeit zeigt, gewinnt man sozusagen bereits den goldenen Pokal beim Best Father Contest.
Bisschen überrissen vielleicht, gäll. Aber auch nicht ganz unwahr.

Also, diese verschiedenen Wege, ein Kind zu erziehen… Natürlich findet jede und jeder seinen Weg am Besten. Und das ist nichts weiter als total logisch, denn würde man es denn sonst so machen, wie man es macht? Eben. Ich gehe schwer davon aus, dass so ziemlich alle Eltern diese Aufgabe so gut wahrnehmen, wie es ihnen möglich ist. Natürlich gibt es Ausnahmen und wie immer und alles, gibt es auch dafür Gründe und ein Verurteilen und Ausgrenzen hat da selten zu einer Besserung der Situation beigetragen.
Ich denke, kluge Menschen wissen aber auch, dass es verschiedene Wege gibt und keiner der perfekte ist und auch, dass das so total in Ordnung ist.

Die Themen, die besonders heikel sind, um es mal so auszudrücken, sind ja die, die uns ans Lebendige gehen. Die, die uns ganz besonders betreffen oder ganz besonders betroffen machen.
Als ich Mutter wurde, wurde mir erst richtig bewusst, dass das mit den verschiedenen Erziehungsmethoden – obwohl wir ja schlussendlich alle in etwa nach der selben Methode gehen, aber es da viel Spielraum gibt – durchaus nicht immer ein einfaches Thema ist. Und ganz bestimmt gehört da auch das Impfen dazu.

Ich habe mich nun mal etwas näher damit beschäftigt.
Noch vor 150 Jahren ist in der Schweiz ein Fünftel aller Babies im ersten Lebensjahr verstorben, das war total normal. Das waren also 200 von 1000 Kindern. Heute sind es noch 3 von 1000 Kindern, die sterben, bevor sie ein Jahr alt werden. Dieser Fortschritt ist Impfungen, besserer Hygiene und Ernährung zu verdanken. Wenn sehr viele Menschen gegen eine ansteckende Krankheit geimpft sind, entsteht eine sogenannte Herdenimmunität. Von dieser profitieren dann auch (oder wohl vor allem) nicht geimpfte Personen, weil sich selbst bei einem Ausbruch die Krankheit nicht weiter verbreiten kann, weil ja die Mehrheit der andern Menschen dagegen geimpft und damit immun ist.

Am schlimmsten gewütet haben in der Schweiz im 19. Jahrhundert die Cholera oder auch die Tuberkulose und die Spanische Grippe von 1918, die 21000 Tote gefordert hat, die meisten von ihnen waren zwischen 20 und 49 Jahre alt.

Epidemien gab es in der Geschichte der Menschheit immer wieder. In Europa war neben Typhus, Cholera und Pocken die schwarze Pest wohl die bedeutendste Epidemie, an der von 1347 bis 1352 25 bis 50% der Bevölkerung gestorben sind, begleitet von Hungersnöten, Kriegen und extremen Kälteperioden.

Nach diesem Epidemien waren die Überlebenden immunisiert, nur Kleinkinder konnten noch von ihnen befallen werden. Das ist der Grund, dass zB Masern als Kinderkrankheit bezeichnet wird, obwohl es gar keine ist.
Durch weit verbreitete Impfungen konnten einige Krankheiten an ihrer Verbreitung gehindert und damit ausgerotttet werden, zB Kinderlähmung oder Diphterie, Krankheiten, die vor allem Kinder unter 5 Jahren betreffen. Dazu gehören auch die sehr ansteckenden Masern. Diese Krankheiten sind nur noch in bestimmten Regionen der Welt zu finden, in denen die Impfrate nicht ausreichend ist.

Wir sprechen momentan ja von einer Pandemie, wenn es um das Thema Covid19 geht. Aber was ist eigentlich eine Pandemie?
Der Ausdruck Pandemie beschreibt das Ausmass einer Ansteckung. Man spricht von „Ausbruch“, um das plötzliche Auftreten einiger Fälle zu beschreiben. Um eine „Epidemie“ handelt es sich, wenn eine Region oder einige Länder von einer Ansteckung stark betroffen sind und von einer „Pandemie“, wenn sich diese über mehrere Kontinente erstreckt.
Beim aktuellen Fall, dem Covid19 Virus, handelt es sich also um eine Pandemie, da mehrere Kontinente betroffen sind.
Eine Epidemie oder eine Pandemie kann durch ein bereits bekanntes Bakterium oder Virus verursacht werden, wenn der Anteil der geimpften Personen nicht mehr gross genug ist, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten. Sie kann aber auch durch ein neu auftretendes Bakterium oder Virus zustande kommen, wie zB wie AIDS 1983 oder das Coronavirus SARS 2002 bis 2004. Und natürlich jetzt durch das neue Coronavirus Covid19.

Man unterscheidet zwischen vier Familien von Epidemien.
1. Krankheiten des Verdauungssystems: Durchfälle, Cholera, Salmonellen usw. Sie werden vor allem durch Wasser übertragen, das mit Fäkalienkeimen kontaminiert ist.
2. Krankheiten, bei denen die Erreger sich durch Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen entstehen, übertragen: Diphterie, Grippe, Masern, Tuberkulose usw. Die Ansteckung erfolgt durch das Einatmen der infizierten Tröpfchen, die in der Luft schweben oder sich auf Lebensmitteln oder Gegenständen niedergeschlagen haben.
3. Sexuell übertragbare Krankheiten: AIDS, Syphillis, Hepatitis B, humane Papillomaviren usw.
4. Durch Stiche oder Bisse von Tieren (Flöhe, Mücken, Zecken, Moskitos) übertragbare Krankheiten: Malaria, Gelbfieber, Denguefieber, Zika.

Das Impfen ist ja in Zusammenhang mit der neusten Situation in aller Munde und ich möchte hier keineswegs als Befürworterin für die Impfung gegen Covid19 auftreten. Aber auch nicht als Gegnerin. Ich bin da eigentlich ziemlich neutral. Aber aufgrund der oben beschriebenen Gründe verstehe ich die Sinnhaftigkeit von Impfungen durchaus.
Ich finde auch, dass man – und vielleicht besonders Menschen, die sich nicht impfen lassen, gegen was auch immer – sich bewusst ist, dass man sich das eigentlich nur leisten kann, weil nämlich die meisten andern es tun. Würden sie es nicht tun, wären verschiedene tödliche Krankheiten nach wie vor stark verbreitet. Auch hier bei uns. Diese sind nämlich nicht „ausgestorben“, weil wir so zivilisiert sind, sondern wie am Anfang beschrieben, unter anderem auch weil wir uns dagegen impfen lassen.

Für unsere Generation ist das wohl eher abstrakt, denn wir haben all diese Krankheiten fast gar nicht mehr erlebt. Bei uns im Ort wohnte ein Mann, der als Kind Poliomyelitis – Kinderlähmung – hatte und sein Leben lang dann diese einseitige „Verformung“ des Körpers oder wie man es nennen mag, und eine Gehbehinderung, die wohl durch die damalige Lähmung entstanden ist. Das war es, was sichtbar war. Ob er noch andere Beschwerden hatte, das weiss ich nicht. Und jetzt gerade beim Schreiben erinnere ich mich an eine Frau, mit der ich mal zusammen gearbeitet hatte, die ebenfalls aufgrund von Kinderlähmung eine Körperbehinderung hatte. Ich denke nicht, dass noch viele Menschen leben, die eine Kinderlähmung hatten, da ab 1955 geimpft wurde. Und damit ist. das eine Krankheit, die für die heutigen Eltern von Kindern eigentlich gar nicht existiert, was einem vielleicht schon dazu verleiten kann, eine Impfung in Frage zu stellen.

Aber eine lustige Krankheit ist das nicht. Kinderlähmung wird durch ein Virus übertragen, das eigentlich eine Magen-Darm-Infektion auslöst. Wie auch andere Durchfall-Viren (Noro zB) ist es höchst ansteckend. Dieses Virus kann auch Nervenzellen befallen und führt dann zu Lähmungen in verschiedenen Körperregionen. Manchmal gehen diese mit der Zeit wieder zurück, meistens bleiben aber Lähmungen. bestehen. Auch die Atemmuskulatur kann gelähmt werden. In diesem Fall muss man langfristig oder sogar sein Leben lang künstlich beatmet werden.
Kinderlähmung befällt nicht nur Kinder. Sie heisst einfach so, weil früher viele Menschen schon als Kind Kontakt mit dem Virus hatten. Je älter die infizierte Person ist, desto schwerer ist der Krankheitsverlauf (man kennt das zB auch von Masern).
1955 wurde die Impfung eingeführt, worauf die Kinderlähmung innert kürzester Zeit verschwand. Es gibt diese Krankheit heute nur noch in einigen asiatischen und afrikanischen Ländern, da dort eine Impfung aus religiösen oder politischen Gründen nicht alle Kinder erreicht. In Europa gab es in den letzten Jahren auch immer mal wieder Ausbrüche bei nicht geimpften Personen.
Wenn die Herdenimmunität nicht mehr gewährleistet wäre, also wenn sich immer weniger gegen Polio impfen lassen würden, dann wäre auch eine starke Verbreitung nicht auszuschliessen.

Oder Pneumokokken. Sie verursachen verschiedene Krankheiten, wovon die bakterielle Hirnhautentzündung wohl die schlimmste ist, aber auch Blutvergiftung und Lungenentzündung. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 70 Kleinkinder an einer schweren Pneumokokken-Infektion, zwei davon sterben im Durchschnitt. Natürlich ist das eine kleine Anzahl, aber für die Betroffenen ist das natürlich sehr schlimm.
Eine Erkrankung kann einen sehr schweren Verlauf nehmen und unter Umständen zum Tod oder zu einer bleibenden Behinderung führen. Tatsächlich gibt es viele Menschen mit geistigen Einschränkungen, die diese aufgrund einer Hirnhautentzündung haben.

So. Eigentlich hatte ich nicht vor, so tief ins Thema Viren und Impfungen hinein zu tauchen, aber ich fand das gerade sehr interessant.

Aber wir waren ja bei den heiklen Themen. Erziehung und Impfen habe ich bereits genannt und ausführlich darüber geschrieben. Ich erlebe momentan aber auch, dass die Corona-Situation auch ein heikles Thema ist bzw. der Umgang damit (oder mit den schützenden Massnahmen).
Ich persönlich finde, dass es durchaus einen vernünftigen Umgang mit all dem gibt. Ohne Angst oder Panik, aber dennoch mit Rücksicht.

Da, wo Meinungen auseinander gehen, ist unsere Toleranz und unser Verständnis gefragt und dabei darf man nicht vergessen, dass Verständnis nicht EINverständnis bedeutet, sondern einfach nur, dass auch eine andere Meinung okay ist.