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Sonntagmorgen-Gedanken, die bis in den Montag hinein dauern…


Worüber denkt ihr denn so nach, wenn ihr frühmorgens am Sonntag auf dem Balkon sitzt und alles noch relativ still ist?
Ich habe gerade online die Zeitung gelesen und dort gesehen, wie jemand aus den USA einen Kommentar geschrieben hat, in dem sie das Verhalten von Deutschland im Ukraine-Krieg aufs schärfste kritisiert.
Ich will das gar nicht beurteilen, denn ich kenne mich da zu wenig aus. Ich will aber dazu sagen, dass es sehr einfach ist, Dinge zu beurteilen und zu kritisieren, die zehntausende Kilometer weit weg passieren. Ich will auch dazu sagen, dass Europa nicht nur aus Deutschland besteht. Und dass die meisten Menschen in den USA nicht mal so genau wissen, wo Europa überhaupt ist und die einzelnen Länder schon grad gar nicht. Das ist auch okay, ich könnte auch nicht alle US-Staaten auf einer Weltkarte dem richtigen Gebiet zuordnen. Aber lautstark über andere zu schimpfen, während sich der Dreck vor der eigenen Tür meterhoch stapelt, das stimmt für mich dann auch nicht.

Es ist aber eigentlich schon so, dass man unbefangener auf die Dinge schauen kann, wenn man etwas Abstand hat. Aber dann bitte auch im Wissen, dass die involvierten Menschen diesen nicht haben und dass es immer einen riesigen Unterschied macht, ob man mittendrin steht oder am Rand.

Das denke ich immer wieder, wenn ich mich aufrege dass Menschen Dinge beurteilen, von denen sie nicht betroffen sind oder von denen sie zu wenig wissen.
Ich finde ja, dass es unglücklicherweise (seit Corona?) recht in Mode gekommen ist, dass man sich aus dem Nichts heraus eine Meinung macht und diese auch lautstark vertreten will.
Das ist eigentlich ein Thema für sich, aber ich möchte doch kurz etwas dazu sagen. Eine Meinung zu haben ist total gut. Eine Meinung zu haben drückt aus, wie man zu irgendetwas steht und nicht, dass man Fakten verändert. Also wenn meine Kaffeetasse weiss ist, ist die weiss. Man kann die schön oder nicht schön finden, praktisch oder nicht, zu gross, zu klein oder was auch immer. Aber es kann keine Meinung sein, dass die Tasse rot ist. Ausser man hat eine Seh- oder eine Wahrnehmensbehinderung. DAS würde die Sache dann wieder verändern und das ist dann auch wieder ein ganz anderes Thema.

Niemand denkt besser zu wissen, wie man Kinder erzieht wie Menschen, die gar keine haben.
Niemand meint besser zu wissen, wie lange Trauer dauern darf wie Menschen, die sie noch nie erlebt haben.
Niemand muss sich so sehr mit Expertenwissen exponieren wie jemand, der dieses gar nicht besitzt.
Niemand muss übertrieben stark darstellen was er ist, wie jemand der es nicht ist.

Ich glaube, der grosse Unterschied machen das wohlwollend sein und das reflektiert sein. Vielleicht auch die Empathie, aber wenn man jemandem wohlwollend gegenüber tritt, ist diese nicht mal mehr so notwendig.
Davon ausgehend, dass jede und jeder in der momentanen Situation sein Bestmögliches macht, DAS ist wohlwollend sein. Vielleicht würde ich es anders machen, ja. Aber kann ich das überhaupt beurteilen? War ich schon mal ein Bundeskanzler? Oder war ich schon mal eine berufstätige Mutter? Oder war ich schon mal ein Fussballspieler? Weiss ich eigentlich genug über Viren und Krankheiten oder von Medizin, um andere beraten zu können? Hatte ich schon mal Eheprobleme? War ich schon mal in genau dieser Situation?
Wenn mir jemand über jemanden etwas erzählt, glaube ich das dann einfach oder wie gehe ich damit um?
Ahhh… und geht mich das Ganze überhaupt etwas an?

Meiner Meinung nach dient das negativ Bewerten anderer fast immer nur dessen Abwertung und der gleichzeitigen Aufwertung von einem selbst und wenn man sich dessen bewusst wird, wird man verstehen wie unsinnig das ist. Und auch wie sehr man sich selbst aber eigentlich mit sowas abwertet, falls das mal jemand hinterfragen würde…

Da jetzt unterdessen Montag geworden ist, schliesse ich diese Gedanken ab und widme mich neuen…

Guten Start in die Woche!

7 Antworten zu “Sonntagmorgen-Gedanken, die bis in den Montag hinein dauern…”

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